Emilie-Exerzitien

von Thomas Wächter

Von 2.-5. Oktober 2017 trafen sich zwei Ehepaare und neun Frauen im Schönstattzentrum am Kahlenberg mit Sr. Theres-Marie Mayer zu den Emilie-Exerzitien zum Thema: „Meine Herzensmelodie – was mich zum Klingen bringt“. Mit Hilfe von Impulsen und Stille versuchten wir unserer eigenen Herzensmelodie, die Gott in jede und jeden von uns gelegt hatte, nachzuspüren. Unsere Referentin verwöhnte uns mit kleinen Geschenken, die uns verdeutlichen sollten, dass wir von Gott so geliebt sind wie wir sind.

Bei einer Spurensuche mit dem Evangelium von den Emmaus-Jüngern und der Geschichte von den Spuren im Sand hatten wir die Möglichkeit, unseren eigenen Lebensweg zu überdenken und Symbole dafür auf einen Weg zu legen. Eine Rose für die von Gott gefügten Situationen, Steine für große Schwierigkeiten, Entscheidungsrichtungspfeile als Beispiele für Lebenslagen, die unerwartet in unser Leben kamen und schließlich ein Teelicht, wenn wir Gott als Licht für unser Leben erkannt hatten. So entstand ein recht buntes Bild, das ins Kreuz Christi mündete.

Mit Pater Felix feierten wir jeden Tag Heilige Messe und durften uns in der Beichte einen Neuanfang schenken lassen. Unsere Exerzitiengemeinschaft war von großer Wertschätzung und Achtsamkeit geprägt und einige Teilnehmer brachten ihre Talente ein. So bekamen wir einige wohltuende Gymnastikeinheiten von einer Teilnehmerin. Eine andere Teilnehmerin begleitete unseren Gesang bei den Gottesdiensten mit der Gitarre, was unseren Gesang gleich schöner klingen ließ.

Alles in allem waren es sehr wertvolle Tage für uns alle, weil wir Zeit fanden, unsere Lebensmelodie zu entdecken und alles von Gott zu erwarten, wie Sr. Emilie. Von ihrem Beispiel angeregt können wir unsere Herzensmelodie in Demut, Freude und Gelassenheit, aber auch im Vertrauen, Angst besiegend, mit Hoffnung und Charme erklingen lassen.

Zum Inhalt:

„Gott hat jedem Menschen eine einmalige Melodie für sein Leben mitgegeben, die er erkennen und meisterhaft spielen lernen soll“, war der Tenor der Impulse. In der konkreten Umsetzung hat dabei das Lied „Wir sind Gottes Melodie, unser Leben seine schönste Sinfonie“ den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude gemacht. Schwester Theres-Marie lenkte den Blick sowohl auf Maria, die als Mutter Gottes ihr Lebenslied im Magnificat gesungen hat, wie auch auf Schwester M. Emilie Engel, deren Leben sie als ein Beispiel darstellte, wie man als Mensch lernen kann, sein Lebenslied zu singen. Das Magnificat der Gottesmutter Maria sei ein Lied der Freude, der Demut, der Gelassenheit und des Abenteuers Vertrauen. Ein Lied „in verschiedenen Tonarten“, das Maria gesungen habe aus der tiefen Erkenntnis der Liebe Gottes zu ihr und ihrem Volk.

Schwester Emilie habe ihr Lebenslied in ihrer eignen Weise erklingen lassen: gleichsam in F-Dur für die Freuden in ihrem Leben, in D-Dur für die Demut Gott und den Menschen gegenüber, in G-Dur für die Gelassenheit, die sie nach und nach gewonnen habe, und in A-Dur für das Abenteuer des vorsehungsgläubigen Vertrauens. In ihrem Leben habe es sowohl die Dur-Tonart als auch die Moll-Tonart gegeben.

Echos:

Eine Teilnehmerin fasst ihren Eindruck zusammen mit den Worten: „Es war sehr schön, berührend und aufbauend. Wir wurden liebevoll durch das Thema geführt.“ Eine andere Teilnehmerin meinte: Mir ist neu bewusst geworden, wie kostbar doch jeder Mensch ist!“ Weitere Echo sind: „Mein Leben ist ein Liebeslied Gottes, das nehme ich mit nachhause. Und auch das Vertrauen, dass Gott uns führt.“ „Für mich waren die Worte `Handmade by God´ und der ‚Fensterplatz‘ bei Gott wichtig.“ „Die Zeit der Stille war für mich ein Geschenk!“ „Ich habe mich in diesen Tagen einfach nur wohlgefühlt. Die Achtsamkeit untereinander war etwas Besonderes!“

G. Wetsch, Sr. Theres-Marie

Zurück