Ist da Jemand? Emilie-Exerzitien

von Thomas Wächter

Sion

Vom 30.9.-3.10.2020 trafen sich 12 Personen zu Exerzitien, einer Zeit der Besinnung, in der uns das Leben von Schwester M. Emilie inspirierte für unser persönliches Leben. Es waren ungewöhnliche Exerzitien für uns Teilnehmer, da aufgrund der Corona-Pandemie, die Impulse von Bayern nach Wien per Video-Konferenz gehalten wurden. Eine relativ gute Lösung in dieser schwierigen Zeit. Es forderte allerdings die Konzentration sehr heraus. Die Begleitung vor Ort hat dankenswerterweise Schwester Ingrid-Maria Krickl übernommen.

Ein Blick in die heutige Zeit mit ihren großen Umbrüchen in der Gesellschaft, in der modernen Technik mit all den Kommunikationsmöglichkeiten in den sozialen Medien, stellte uns das Exerzitien-Thema lebendig vor Augen: Ist da jemand? Bei all den Veränderungen unserer Zeit ergibt sich die Frage: Ist da jemand, der mit mir durch das Leben geht? Ist da jemand, der sich um mich kümmert? Ist da jemand, der mich liebt? Durch die Vorträge von Schwester Theres-Marie Mayer wurden wir angeregt über unser eigenes Leben und unsere persönliche Beziehung zu Gott und den Mitmenschen nachzudenken. Die Referentin zeigte am Beispiel des Hiob auf, dass Gott uns das Leid in unserem Leben zumutet, um uns wachsen und innerlich reifen zu lassen.

Die Dienerin Gottes, Schwester M. Emilie, stand vor uns als ein Mensch, der von einem ängstlichen Kind durch die Gnade der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt und unter Führung von Pater Kentenich zu einem Wunder des Vertrauens auf den barmherzigen Vatergott heranreifte. Sie lernte in ihrer Krankheit und ihrem großen Leid Ja zum Willen des himmlischen Vaters zu sagen. Es ist bewundernswert, wie Schwester Emilie Engel, Schönstätter Marienschwester, in den Herausforderungen ihres Lebens sich nicht abbringen ließ von der Überzeugung: Da ist jemand, der zu mir steht, der mit mir bis zum Ende geht, der mich in meiner Begrenztheit liebt, so wie ich bin. Durch das anschauliche Leben von ihr fiel die Übertragung ins eigene Leben nicht schwer.

Die gemeinsamen Gebetszeiten am Morgen und am Abend im Heiligtum wurden sehr besinnlich von Schwester Ingrid-Maria gestaltet und begleitet. In unserer freien Zeit sollten wir tun, was uns guttut. Das herrliche Herbstwetter lud uns zum Spazieren gehen ein. Die Eucharistiefeiern in diesen Tagen waren ein Geschenk für uns. Durch die Beichtgelegenheiten wurde uns ein Neuanfang in unserer Beziehung zu Gott geschenkt.

Wir sind alle Lieblingskinder Gottes, so wie wir sind. In der Ernterunde stellten wir dann fest, dass wir alle die Stille und Besinnung als wohltuend empfunden haben, aber etwas mehr Austausch gewünscht hätten. Mit großer Dankbarkeit schauen wir gerne auf diese Tage zurück.

Gertrude Wetsch mit Ergänzung durch Sr. Theres-Marie Maier und Sr. Ingrid-Maria

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